Das Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Bernard Haitink beschließt seine großartige Interpretation sämtlicher Beethoven-Sinfonien mit drei Ausnahmekonzerten. Zuvor hatte es unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt Beethovens sinfonisches Gesamtwerk eingespielt: in einer modernen, schlichten, „entstaubten“ und den ursprünglichen Darbietungsbedingungen möglichst nahekommenden Version. Auf dieser Erfahrung aufbauend, arbeitet das Ensemble nun mit Bernard Haitink, einem Dirigenten, der eher für seine klassischen und strengen Beethoven-Interpretationen bekannt ist, mit denen er über zwanzig Jahre lang an der Spitze des Königlichen Concertgebouworchesters Amsterdam auftrat.
Die zwischen 1799 und 1800 komponierte 1. Sinfonie leitete, wie ihr Name schon sagt, die Reihe von Beethovens neun Sinfonien ein. Sie ist seinem ersten Förderer in Wien, dem Baron Gottfried Freiherr van Swieten, gewidmet, der auch Mozart und Haydn unterstützte. Obwohl das Werk beim Publikum gut ankam, monierte die Musikkritik seinen experimentellen Charakter: zu großer Einsatz von Blechblasinstrumenten, zu viele Modulationen, eine Einleitung, die nicht die Haupttonalität ankündigt, und ein zu schneller dritter Satz …
Die von Schillers gleichnamigem Gedicht angeregte „Ode an die Freude“ ist das Finale des 4. Satzes aus Beethovens 9. Sinfonie. Der Text preist die brüderliche Liebe zwischen den Völkern. Bestimmte Motive sind auch in anderen Werken aus allen Lebensphasen des Komponisten zu finden. In diesem Konzert musiziert das Orchester mit dem hervorragenden Niederländischen Rundfunkchor.