Le Musée du Louvre

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Das Escher-Quartett im großen Hörsaal des Louvre

Am 30. März 2011, (01:58:32)

Pierre Jalbert
Streichquartett Nr. 4

 
Dieses von dynamischen Formen inspirierte Streichquartett mit vier kontrastreichen Sätzen komponierte Pierre Jalbert eigens für das Escher-Quartett. Der erste Satz „Spiral I“, ein kurzes Präludium, stellt das musikalische Material vor, das im letzten Satz wieder aufgenommen und entwickelt wird. Er steht im Zeichen der Spirale, jener Figur, bei der sich Linien auf- oder absteigend um eine Mittelachse winden und sich je nach Laufrichtung von dieser entfernen oder annähern. Der langsame zweite Satz „Waveform“ ist ein schrittweises Hinstreben auf einen Klanghöhepunkt: Die Viertelton-Schwingung um die Note D, die den Satz eröffnet und beschließt, evoziert das Rollen einer Welle. Der an ein Scherzo erinnernde  dritte Satz „Labyrinth“ organisiert eine rasche Geschwindigkeitsübung mit Schalldämpfern um einen pizzicato-geprägten Mittelteil. Synkopische Akzente durchsetzen den gleichmäßigen Schlusssatz „Spiral II“ und sorgen für eine energische, eindrucksvolle Rhythmik. 
 
Beethoven
Streichquartett Nr. 15 in a-Moll op. 132


Von 1923 bis 1925 feilte Beethoven an diesem zweiten seiner fünf letzten Streichquartette. Das ein Jahr nach Vollendung der 9. Sinfonie entstandene Stück unterscheidet sich durch seinen fünfteiligen Aufbau von seinen viersätzigen Vorgängern. 
Der erste Satz ist ein tragisch-beklemmend anmutendes „Assai sostenuto-Allegro“. Ein langes Scherzo bildet den Übergang zum dritten und längsten Satz, einem „Molto adagio“, das als  Herzstück des Quartetts gilt. Beethoven komponierte dieses besinnliche, aus Variationen eines Cantus firmus bestehende Stück während langer Krankheit im April 1825 und gab ihm den Zusatztitel „Heilige Dankgesang eines Genesenen an die Gottheit, in der lydischen Tonart“. Der Satz besteht seinerseits aus fünf Teilen und nimmt so die Struktur des Gesamtwerks in kleinerem Maßstab wieder auf. Ein kurzer „Alla marcia-assai vivace“ leitet schließlich zum dramatisch-heroischen Schlusssatz über.
 
Mendelssohn
Streichquartett in D-Dur Opus 44,1

 
Nicht wenige sahen in diesem Streichquartett in D-Dur, das Mendelssohn im Jahr 1938  schrieb und „seiner königlichen Hoheit, Erbprinz von Schweden“ widmete, eine Antwort auf die wenige Jahre zuvor entstandene „Italienische Sinfonie“. Obwohl das Stück chronologisch das letzte von drei Quartetten des Opus 44 ist, beschloss der Komponist, es an den Anfang des Zyklus zu stellen. Dem von der Vollkommenheit des Stückes beeindruckten Robert Schumann diente es als Vorlage für sein Opus 41.

 

Das Werk beginnt mit einem unkonventionellen, virtuosen „Molto allegro vivace“. Ein einfaches, sanftes Menuett bildet zusammen mit dem folgenden „Andante espressivo ma con moto“ den ruhigeren Hauptteil des Zyklus, bevor der Schlusssatz „Presto con brio“ die überschäumende Energie des ersten Satzes wieder aufnimmt und das leidenschaftlichste der drei Quartette aus Mendelssohns Opus 44 schwungvoll-schmetternd beschließt.

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