Anna Calvis im Januar erschienenen Debütalbum eilten die Lobeshymnen der Kritik voran. Viele Künstler hätten einem derartigen Erwartungsdruck und der oft verhängnisvollen Assoziation mit prominenten Mentoren wie Nick Cave und Brian Eno oder auch dem erdrückenden Vergleich mit anderen Sängern (PJ Harvey und Jeff Buckley) nicht standgehalten. Noch dazu, wenn sämtliche Feuilletons und die gesamte Blogosphäre in den Hype um die eigene Person einstimmen. So war Anna Calvi auf den Titelseiten des Kulturmagazins Les Inrockuptibles und des Indie-Magazins Voxpop zu sehen. Doch sie ist alles andere als eine x-te Rocksängerin oder blasse Kopie von PJ Harvey / Patti Smith / Chryssie Hinde (Nichtzutreffendes bitte durchstreichen).
Den Beweis dafür liefert die junge Britin auf der Bühne, wo sie eine Metamorphose vollzieht. Sie erzählt gerne, dass sie über ihren Schatten springen musste, um ihrer Stimme mehr als ein leises Hauchen zu entlocken. Anna Calvi sagt über sich selbst, dass sie auf der Bühne mutiger, selbstbewusster sei, als sie es jemals im Alltag sein werde. Dort löst sie sich von den offenkundigen musikalischen Referenzen, die man mit ihrer Musik verbindet. Bis hin zu ihrer Aufmachung wagt sie sich in die Welt des Flamencos vor. Auch wenn Anna Calvis Album auf geteilte Meinungen stößt, besticht die junge Sängerin live durch ihre einzigartige Präsenz. Auf der Bühne versprüht sie einen giftigen Charme, zeigt sich mal düster und stolz, mal wild und entfesselt. Sie hat etwas. Sehen Sie selbst.
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