Ein Deutscher, ein Däne und ein Franzose verleihen dem heute politisch fast abstinenten Jazz wieder einen appellativen Impetus. Das Improvisations-Trio aus Paris nimmt sich die optimistischen-utopischen Propagandalieder Hanns Eislers (1898-1962) vor, franst die Harmonien aus und stellt ironisierend in Frage. Der österreichische Komponist Eisler, ein Weggefährte von Brecht und Lieblingsschüler von Schönberg, wollte seinerzeit kritische Popmusik machen, wurde als Jude im amerikanischen Exil und später vom DDR-Kulturbetrieb aber zurechtgestutzt. Jetzt sind seine Musik, und sein gesellschaftlicher Idealismus mit „Das Kapital“ wieder auf der Bühne: Impulse, die der gegenwärtige Jazz gut gebrauchen kann.
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